Negativ 4x3,5cm - Flugzeug - Blohm & Voss BV 238 - Flugboot

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Neu eingestellt: 20.11.2025

Beschreibung

Blohm & Voss war ursprünglich eine große Hamburger Schiffswerft. 1933 gründete sie die Tochterfirma Hamburger Flugzeugbau GmbH (HFB), um in den modernen Metallflugzeugbau einzusteigen. Die ersten Flugzeuge erhielten die Bezeichnung Ha, später setzte sich für viele Modelle die Kennung BV durch.

Chef­konstrukteur Richard Vogt prägte die Entwicklung. Typisch für seine Entwürfe waren:

  • ungewöhnliche Konfigurationen (z. B. asymmetrische Flugzeuge)

  • der markante Rohrholm-Flügel, ein dicker Stahlrohr-Hauptträger, der gleichzeitig Kraftstoffbehälter war

  • große Experimentierfreude und mutige aerodynamische Ideen

2. Frühe Schul- und ÜbungsflugzeugeHa 135 – zweisitziger Schul-Doppeldecker
  • Erstflug 1934

  • Einfache, robuste Stahlrohr- und Stoffkonstruktion

  • Gedacht als Grundschul- und Sportflugzeug

  • Diente HFB vor allem zur Erprobung von Metallbau-Komponenten

Ha 136 – einsitziger fortgeschrittener Trainer / Jagdtrainer
  • Erstflug 1934

  • Ganzmetall-Tiefdecker

  • Erste HFB-Konstruktion mit Vogts markantem Rohrholm-Flügel

  • Flugverhalten problematisch, daher keine Serienfertigung

Ha 137 – Sturzkampfflugzeug
  • Erstflug 1935

  • Kompakter Tiefdecker mit Knickflügel

  • Ausgelegt für Sturzangriffe, Bombenlast bis ca. 600 kg

  • Unterlag in Wettbewerben anderen Typen und wurde nicht gebaut

3. Seeflugzeuge und Flugboote (Kernkompetenz von Blohm & Voss)Ha 138 / BV 138 – See-Fernaufklärer
  • Dreimotoriges Flugboot

  • Charakteristische Doppelheck-Ausleger

  • Spitzname: „Holzschuh“ wegen der Rumpfform

  • Standard-Seefernaufklärer der Luftwaffe über Nordsee, Atlantik und Nordmeer

  • Aufgaben: Konvoiüberwachung, Seenotrettung, U-Boot-Unterstützung

Ha 139 – viermotoriges Atlantik-Postflugzeug
  • Katapultgestartetes Schwimmerflugzeug für Langstreckenpost

  • Vier Dieseltriebwerke, Knickflügel

  • Einsatz auf Nord- und Süd­atlantik-Routen der Lufthansa

  • Später militärisch verwendet

Ha 140 – zweimotoriges See-Mehrzweckflugzeug
  • Geplant für Torpedoeinsätze und Fernaufklärung

  • Drei Prototypen

  • Technisch fortschrittlich, aber gegenüber Konkurrenztypen nicht durchgesetzt

  • Diente der Erprobung des verstellbaren Flügelprofils, das später weiterentwickelt wurde

Ha 222 / BV 222 „Wiking“ – Großflugboot
  • Riesiges sechsmotoriges Flugboot

  • Größtes im Krieg tatsächlich eingesetztes seegestütztes Flugzeug der Achsenmächte

  • Transport von Soldaten, Verwundeten und Fracht

  • Später auch Seeaufklärer mit Radar

BV 238 – sehr großes Langstrecken-Flugboot
  • Das schwerste deutsche Flugzeug des Zweiten Weltkriegs

  • Sechs Motoren, extreme Spannweite und Masse

  • Ein Prototyp flog 1944

  • Programm endete kriegsbedingt

4. Aufklärungs- und KampfflugzeugeHa 141 / BV 141 – asymmetrischer Aufklärer
  • Einmotoriger Tiefdecker mit asymmetrischem Aufbau

  • Links Motor, rechts verglaste Kabine für hervorragende Sicht

  • Gute Flugleistungen trotz ungewöhnlicher Form

  • Blieb Vorserien- und Versuchsmuster

Ha 142 / BV 142 – Landversion des Atlantikflugzeugs Ha 139
  • Viermotoriger Langstreckenaufklärer und Transporter

  • Ursprünglich für Lufthansa-Routen gedacht

  • Wenige Prototypen, militärisch nur begrenzt brauchbar

BV 155 – Höhenjäger
  • Übernommen von Messerschmitt

  • Geplant für extreme Einsatzhöhen gegen B-29-Bomber

  • Sehr große Flügelspannweite, komplexe Kühlerführung

  • Nur Prototypstadium erreicht

BV 40 – Gleiterjäger
  • Holzbauweise, unmotorisiert

  • Von einem Jäger in die Nähe der Bomberformation geschleppt

  • Extrem schmaler, gepanzerter Rumpf mit liegender Pilotposition

  • Mehrere Prototypen, aber taktisch unpraktikabel

5. Zivile und Nachkriegsorientierte ProjekteBV 144 – modernes Kurzstreckenverkehrsflugzeug
  • Zusammenarbeit mit Breguet in Frankreich

  • Zwei große Sternmotoren, Hochdecker

  • Verstellbarer Flügelanstellwinkel, damit der Rumpf beim Start horizontal bleiben konnte

  • Zwei Prototypen, keine Serienfertigung

6. Projektstudien und Papierentwürfe

Blohm & Voss entwickelte eine umfangreiche Reihe von fortschrittlichen Konzepten, viele davon nur als Windkanalmodell oder Zeichnung:

Asymmetrische Kampfflugzeugprojekte
  • Weiterentwicklungen der BV-141-Idee

  • Teilweise Kombination von Strahltriebwerk und Propeller

Jet- und Raketenjägerstudien
  • Vorwärtsgepfeilte Flügel

  • „Verdrehte“ Tragflächen

  • Leichte Jagdflugzeuge für hohe Steigleistungen

Große Seeaufklärer-Projekte
  • Varianten mit Doppelrumpf, Twin-Boom-Konfiguration oder neuartigen Schwimmerlösungen

P-Projekte (interne Nummern)
  • Zahlreiche Entwürfe (P 7, P 8, P 13, P 178, P 188, P 194, P 202 u. a.)

  • Enthielten viele aerodynamisch mutige Ideen, z. B. W-Flügel, Schub-/Druckpropeller-Kombinationen, asymmetrische Antriebsanordnung

7. Charakteristische KonstruktionsprinzipienRohrholm-Flügel

Ein dicker Stahlrohrhauptträger diente als Struktur und Treibstoffbehälter.
Dadurch:

  • robust,

  • treibstoffsicherer,

  • innen sehr sauber strukturiert.

Experimentelle Grundhaltung
  • Mut zu Asymmetrie

  • Unkonventionelle Flügelkonzepte

  • Integration von Schiffbauwissen in Flugbootdesign

Fokus auf Seeflugzeuge

Blohm & Voss zeichnete für einige der technologisch fortschrittlichsten und größten Flugboote der Welt verantwortlich.

Zusammenfassung

Blohm & Voss brachte nur wenige Serienflugzeuge hervor, trug aber außergewöhnlich stark zu technologischen Innovationen bei. Besonders in drei Bereichen waren die Hamburger Pioniere:

  1. Große Seeflugzeuge und Flugboote – BV 138, BV 222 und BV 238 waren wegweisend.

  2. Experimentelle und asymmetrische Aufklärer – BV 141 als weltweit einzigartiges Flugzeugkonzept.

  3. Fortschrittliche Projektstudien – von Höhenjägern bis zu unkonventionellen Jet-Konzepten.

Zustand

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Alles bestens, herzlichen Dank!

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